Viele Unternehmen wissen, dass sie ihre CO₂-Emissionen kennen sollten. Aber sobald Begriffe wie „Scope 3″, „GHG Protocol“ oder „CSRD“ fallen, wirkt das Thema schnell nach Konzern mit eigener Nachhaltigkeitsabteilung. Das stimmt so nicht. Ein Excel-Tool aus der NORDAKADEMIE zeigt, warum.

Das eigentliche Problem: Orientierung, nicht Technik

Wer nicht weiß, wo er anfangen soll, kauft teure Software oder beauftragt Berater. Beides kostet Geld, das viele Betriebe nicht übrig haben. Dabei ist die eigentliche Hürde selten ein technisches Problem – sondern fehlende Orientierung: Welche Daten brauche ich? Wo gebe ich sie ein? Und was mache ich mit dem Ergebnis?

Das THG-Bilanzierungstool der NORDAKADEMIE setzt genau hier an: Es ist Excel-basiert, kostenlos nutzbar und erklärt jeden Schritt so, dass auch Betriebe ohne Vorkenntnisse durchkommen.

Wie das Tool funktioniert – am Beispiel erklärt

Um die Funktionsweise greifbar zu machen, wurde das Tool an einem fiktiven Betrieb erprobt: der Green Solutions GmbH, einem Verpackungshersteller mit 50 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von 8 Millionen Euro. Das Beispiel ist bewusst generisch gewählt – genau darin liegt der Wert: Es zeigt, wie ein typisches KMU vorgeht.

Das Tool führt durch drei Bereiche:

  • Scope 1: Direkte Emissionen – Heizung, Firmenfahrzeuge, Produktionsprozesse
  • Scope 2: Indirekte Emissionen aus zugekauftem Strom und Wärme
  • Scope 3: Vorgelagerte und nachgelagerte Emissionen – Lieferanten, Geschäftsreisen, Abfall

Für jede Kategorie werden konkrete Eingabefelder bereitgestellt: Kilowattstunden, Liter, Kilometer. Das Tool rechnet daraus die CO₂-Äquivalente und stellt das Ergebnis übersichtlich dar.

Was eine typische KMU-Bilanz zeigt

Im Beispiel der Green Solutions GmbH ergab die Bilanz: Der größte Posten war nicht die eigene Produktion, sondern die zugekauften Materialien und Vorprodukte – also Scope 3. Das ist in der Praxis häufig so. Wer nur Scope 1 und 2 betrachtet, sieht einen Bruchteil seines tatsächlichen Fußabdrucks.

Diese Erkenntnis verändert Prioritäten: Nicht die Beleuchtung im Büro ist der wichtigste Hebel – sondern die Frage, von welchen Lieferanten eingekauft wird und wie die Transportwege aussehen.

Was nach der Bilanz kommt

Eine Treibhausgasbilanz ist kein Selbstzweck. Sie ist der Ausgangspunkt für drei Dinge:

  • Priorisierung: Wo liegen die größten Hebel – und wo lohnt es sich anzufangen?
  • Kommunikation: Wer Kunden oder Banken über Emissionen informieren muss, braucht belastbare Zahlen.
  • Verbesserung: Nur wer seinen Ausgangswert kennt, kann Fortschritte messen.

Das Tool der NORDAKADEMIE liefert genau diese Ausgangsbasis – ohne Beratungskosten, ohne komplizierte Software, ohne Vorkenntnisse.

Wo man das Tool bekommt

Das THG-Bilanzierungstool ist über die NORDAKADEMIE verfügbar und wird im connectSHub-Programm eingesetzt. Wer damit starten möchte, braucht vor allem eines: die eigenen Energieabrechnungen und Kilometerleistungen der Fahrzeuge. Den Rest erklärt das Tool selbst.

Im connectSHub-Programm unterstützen wir KMU dabei, ihre erste CO₂-Bilanz zu erstellen – und daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten. Zum Programm 2026.


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