Wie gelingt eine präzise und nachvollziehbare CO₂-Bilanzierung auch für kleinere Unternehmen? 

Das praxisorientierte Bilanzierungstool der NORDAKADEMIE zeigt am Beispiel der Green Solutions GmbH, wie sich Energieverbräuche, Fuhrparkemissionen und Scope-3-Daten strukturiert und transparent erfassen lassen. Mit klaren Eingabehilfen, automatischen Emissionsfaktoren und Vergleichsmöglichkeiten über mehrere Jahre bietet das Tool einen idealen Einstieg für KMU, die Nachhaltigkeit messbar und steuerbar machen wollen 

 

Für wen sich das Thema eignet und welche Vorteile es bietet 

Das Bilanzierungstool richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Treibhausgasbilanz selbst erstellen und dabei unabhängig von teuren Softwarelösungen bleiben möchten. Es ermöglicht eine transparente, normgerechte und nachvollziehbare Erfassung von Emissionen in Scope 1, 2 und 3 nach GHG-Protokoll – mit geringem Schulungsaufwand und auf Basis der eigenen Daten. 

Der wirtschaftliche Nutzen liegt klar auf der Hand: Wer seine Emissionen kennt, kann Energiekosten gezielt senken, Maßnahmen priorisieren und Förderpotenziale besser nutzen. Das Tool liefert belastbare Kennzahlen für interne Steuerung und externe Nachhaltigkeitsberichte – ein zentraler Vorteil angesichts steigender Berichtspflichten durch CSRD und ESRS 

 

Ein praxisnaher Einstieg: die Green Solutions GmbH 

Um die Funktionsweise greifbar zu machen, wurde das Tool anhand eines fiktiven Unternehmens demonstriert – der Green Solutions GmbH, einem Hersteller nachhaltiger Verpackungen mit 50 Mitarbeitenden und eigener Photovoltaikanlage. 

Das Beispiel zeigt, wie sich Energieverbräuche, Fuhrparkdaten und Strombezug in wenigen Schritten erfassen und automatisch in CO₂-Äquivalente umrechnen lassen. Zusätzlich werden relevante Unternehmenskennzahlen wie Mitarbeiterzahl, Fläche und Umsatz abgefragt, um aussagekräftige Effizienzkennwerte (z. B. Emissionen pro Quadratmeter oder pro Umsatz) zu berechnen 

 

Aufbau und Funktionen des Tools 

Das Excel-basierte Tool folgt einer klaren Farblogik: 

  • Blaue Felder – Freitexteingaben (z. B. Aktivitätsdaten, Anlagennummern) 
  • Orange Felder – Dropdown-Menüs für standardisierte Eingaben (z. B. Brennstoffarten) 
  • Graue Felder – geschützte Ergebnisbereiche mit automatischen Berechnungen 

Das Tool deckt Scope 1 und 2 über mehrere Jahre ab (2022–2026) und berechnet Veränderungen sowie prozentuale Entwicklungen im Zeitverlauf. Die integrierte Datenbasis des Umweltbundesamts stellt sicher, dass aktuelle Emissionsfaktoren genutzt werden. Fehlen spezifische Werte (z. B. für 2025 ff.), können diese leicht ergänzt werden 

 

Praktische Anwendung – Schritt für Schritt 

  1. Unternehmensdaten eintragen – inklusive Flächen, Mitarbeitenden, Energieverbrauch und ggf. Umsatzerlöse. 
  2. Scope-1-Emissionen bilanzieren – z. B. Wärme (Erdgasverbrauch) und Fuhrpark (Kilometer oder Literverbrauch). 
  3. Scope-2-Emissionen erfassen – Strom- und Fernwärmebezug mit Wahl zwischen Strommix, Ökostromtarif oder marktbasierter Methode (Residuenfaktor). 
  4. Scope-3-Emissionen abbilden – mit eigenem Toolmodul für Vorketten, Geschäftsreisen, Pendelverkehr, Transport und Abfall.
    – Besonders hilfreich: vorgefertigte Rechenblätter für Pendlerdaten und Geschäftsreisen, die automatisch aggregiert werden.
    – Für fehlende Massendaten (z. B. Transport auf Stückbasis) lassen sich pauschale Annahmen hinterlegen. 

Die klare Struktur minimiert Fehlerquellen und erlaubt auch nicht-technischen Anwendern einen schnellen Einstieg 

 

Stärken des Ansatzes 

  • Mehrjahresvergleich und Baseline-Jahr zur Bewertung von Fortschritten 
  • Transparente Datengrundlage – alle Emissionsfaktoren mit Quellenangabe (UBA, AIB, EcoInvent) 
  • Anmerkungsfelder für Datenqualität (Primär-/Sekundärdaten, Unsicherheiten) 
  • Automatische Aufschlüsselung der Ergebnisse nach Scopes und Unterkategorien 
  • Einbindung von Nutzerfeedback zur Weiterentwicklung (z. B. Ergänzung marktbasierter Stromfaktoren) 

 

Übertrag für KMU 

Für kleinere Unternehmen bietet das Tool einen idealen Einstieg in die strukturierte Klimabilanzierung: 

  • Niedrige Einstiegshürde – Excel-basiert, keine Lizenzkosten 
  • Lernbares System – klar erklärt, mit Anleitung und Checkliste 
  • Erweiterbar – Emissionsfaktoren und Kategorien lassen sich anpassen 
  • Kompatibel mit DNK, GHG Protocol und CSRD-Logik 

So können KMU ihre Emissionen selbst erfassen, plausibilisieren und in Relation setzen – eine solide Basis, um Klimaschutzmaßnahmen gezielt zu entwickeln und Fortschritte transparent zu kommunizieren 

 

Das Bilanzierungstool der NORDAKADEMIE beweist, dass professionelle THG-Bilanzierung auch ohne teure Softwarelösungen möglich ist. Es unterstützt KMU dabei, Daten zu strukturieren, Emissionen sichtbar zu machen und Klimastrategien auf belastbare Zahlen zu stützen. 

Mit dem ergänzenden Scope-3-Modul und frei verfügbaren Quellen ist es ein praxisnahes Werkzeug, um Nachhaltigkeitsmanagement aus der Theorie in die Umsetzung zu bringen. 

Hinweis: Dieser Text wurde vom Redaktionsteam connectSHub mit KI-Unterstützung erstellt und inhaltlich geprüft. Grundlage des Inhalts ist das Transkript des Impulses aus unserer Veranstaltung:    

Aufzeichnung vom 19.06.2025: Bilanzierungstool anhand Fallbeispiel – Lindsey Jackson

Download: Präsentation

Download: THG-Emissionen_Scope1-2_Bilanzierungstool_06.2025

Download: THG-Emissionen_Scope3_Bilanzierungstool_06.2025

 


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