Die DNK-Berichterstattung wird für KMU greifbarer: Ein Online-Tool mit Leitfragen, Datenbank und XBRL-Export unterstützt bei 20 Themenfeldern. Ab 2025 wird das Portal auf LSME/VSME ausgerichtet – mit Aussicht auf weniger Komplexität (u. a. keine Wesentlichkeitsanalyse, Fokus auf Scope 1+2). Das spart Zeit und erleichtert die prüfungskonforme Veröffentlichung.   

Ihr fragt Euch jetzt, ob das Thema überhaupt für euer Unternehmen geeignet ist und welche Vorteile Ihr davon habt?   

Die Berichterstattung nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) richtet sich grundsätzlich an alle Unternehmen und Organisationen – ausdrücklich auch an kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Aus wirtschaftlicher Sicht bietet der DNK einen vergleichsweise schlanken Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung: Eine empirische Untersuchung (2018) bezifferte den durchschnittlichen Aufwand für eine DNK-Erklärung mit 21 Tagen – deutlich weniger als eine vollständige Berichterstattung nach europäischen Standards. Zudem stellt der DNK ein Online-Tool mit Leitfragen, Hilfestellungen und Export in das erforderliche XBRL-Format bereit; die Erklärungen werden zentral in einer DNK-Datenbank veröffentlicht. Das reduziert Prozesskosten, erhöht Sichtbarkeit und erleichtert die formale Prüfung.   

 

Kontext und Entwicklung 

Der DNK wurde geschaffen, um einen Rahmen für Nachhaltigkeitsberichte zu geben. Herausgeber ist der Rat für Nachhaltige Entwicklung; die Standards sind weltweit anwendbar, finden aber in Deutschland besondere Verbreitung. Die DNK-Erklärungen werden online abgelegt und formal vom DNK geprüft – eine tiefgehende inhaltliche Prüfung oder die Bestätigung der Pflichten aus CSAD/EU-Taxonomie ist damit nicht verbunden.  

 

Was ändert sich ab 2025? 

Mit dem Einstieg weiterer berichtspflichtiger Unternehmen in die CSAD-Berichterstattung wird das DNK-Portal Anfang nächsten Jahres umgebaut. Ziel: Über das gewohnte DNK-Format sollen künftig auch die Anforderungen der europäischen Berichterstattung erfüllt werden können. Der DNK unterscheidet dabei – analog zu ESRS – zwei Gruppen: 

  • Berichtspflichtige Unternehmen: Anwendung der LSME-Standards 
  • Freiwillig Berichtende: Anwendung der VSME-Standards  

Die bisherige „klassische“ DNK-Variante entfällt; es verbleiben die beiden Wege LSME und VSME. Das Portal ist noch nicht live; ein detaillierter Einblick wird für Anfang des Jahres in Aussicht gestellt, mit mehr Informationen voraussichtlich Ende Januar.  

 

Die DNK-Checkliste: 20 Themen, klar strukturiert  

Kern des Tools ist eine Checkliste mit 20 Themenbereichen und hinterlegten Fragen. Künftig werden diese Bereiche den ESRS-Themen zugeordnet; die Grundstruktur des DNK bleibt. Wer die Fragen im Tool beantwortet, kann – je nach Einordnung – die Vorgaben der europäischen Berichterstattungspflicht für LSME oder VSME abdecken. Unterstützt werden Nutzer durch Erläuterungen und Beispiele; Daten lassen sich importieren und im XBRL-Format für die Veröffentlichung exportieren.  

Link zur Checkliste

 

Aufwand: mehr oder weniger?  

Verringert VSME den Aufwand für KMU tatsächlich? Einerseits besteht die Einschätzung, dass sich die DNK-Anforderungen insgesamt eher ausweiten könnten. Andererseits wird darauf hingewiesen, dass der aktuelle VSME-Entwurf in wesentlichen Punkten eine deutliche Verschlankung aufweist:   

  • Keine Wesentlichkeitsanalyse mehr 
  • Viele Ja/Nein-Angaben statt umfangreicher Konzepte 
  • Scope 3 nicht verpflichtend, Fokus auf Scope 1+2
    Diese Punkte sprechen dafür, dass VSME für kleinere Unternehmen schneller umsetzbar sein kann.  

 

Prüfungs- und Datensicherheit 

Das DNK-Tool soll wirtschaftsprüfungskonform ausgestaltet werden. Daten werden in der Cloud des DNK gehostet. Damit adressiert das Portal typische Anforderungen aus der Praxis – insbesondere die Akzeptanz durch Wirtschaftsprüfer:innen und die Frage, wo die Daten liegen.  

 

Besonderer Nutzen für KMU – warum jetzt anfangen? 

  • Niedrigschwelliger Einstieg: Strukturierte Leitfragen und Beispiele erleichtern den Start.  
  • Zeit- und Kostenvorteile: Historisch geringerer Aufwand als bei Voll-ESRS; VSME verspricht zusätzliche Vereinfachungen (keine Wesentlichkeitsanalyse, Scope 1+2).  
  • Formale Sicherheit & Veröffentlichung: Formale Prüfung durch den DNK, XBRL-Export und zentrale Datenbank sorgen für reibungslose Offenlegung und Auffindbarkeit.  
  • Zukunftsfähigkeit: Der anstehende Portal-Umbau verbindet den gewohnten DNK-Prozess mit den europäischen Anforderungen (LSME/VSME).  

Für KMU ist jetzt ein guter Zeitpunkt, das DNK-Reporting (weiter) aufzubauen. Das kommende Portal bündelt Formalanforderungen, Tool-Support und ESRS-Bezug – mit Potenzial für schlankere Prozesse unter VSME. Wer sich früh orientiert, reduziert Umsetzungshürden und stärkt die eigene Berichtsfähigkeit für 2025. 

Aufzeichnung: Berichtserstattung nach DNK – Prof. Dr. Michael Lühn  

Material: Präsentation (Download)