Drei erprobte Workshop-Formate unterstützen Unternehmen dabei, einen internen Nachhaltigkeits-Kick-off zu gestalten: The Week, Climate Fresk und die Climate Business Challenge. Sie schaffen Orientierung, vermitteln notwendiges Wissen und eröffnen strategische Möglichkeiten – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Je nach Ausgangslage ermöglichen sie einen kulturellen, kognitiven oder strategischen Einstieg in die Nachhaltigkeitstransformation.
Für wen lohnt sich das – und warum wirtschaftlich?
Die beschriebenen Workshop-Formate richten sich an Unternehmen, die eine Nachhaltigkeitstransformation beginnen möchten, einschließlich kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Aus wirtschaftlicher Perspektive bieten sie klare Vorteile: Sie ermöglichen eine rasche gemeinsame Orientierung, erhöhen die interne Verbindlichkeit und eröffnen Chancen für die Entwicklung neuer oder angepasster Geschäftsmodelle. In der Praxis zeigt sich zudem, dass einzelne Formate als Türöffner in Entscheiderkreisen fungieren können, indem sie die Dringlichkeit von Maßnahmen deutlicher sichtbar machen und dadurch Kauf- oder Investitionsentscheidungen begünstigen.
Drei Formate, drei Einstiege – ihre Charakteristika
1) The Week – Aktivieren über Emotion und Sinn
Format & Aufwand: Drei jeweils etwa einstündige Filme, ergänzt durch Reflexionsgespräche; ideal innerhalb einer Woche durchführbar, insgesamt etwa sechs Stunden.
Durchführung: Sowohl online als auch vor Ort umsetzbar.
Zugang & Wirkung: Das Format bietet einen emotionalen Einstieg und orientiert sich an der „Theory U“ von Otto Scharmer: vom anfänglichen Schock über ein wachsendes Verständnis hin zu erhöhter Motivation. Dadurch können Dringlichkeit, Teambuilding und psychologische Sicherheit gefördert werden. Begleitende Off-Boarding-Clips unterstützen die Weiterwirkung in den Wochen danach.
Zu beachten: Die Passung zur Unternehmenskultur sollte geprüft werden; zudem kann die Terminabstimmung über mehrere Slots hinweg aufwendig sein.
Mehr erfahren:
Offizielle Website von The Week
2-Minuten-Erklärvideo
2) Climate Fresk – Komplexe Zusammenhänge begreifen
Format & Aufwand: Etwa dreistündiges, kartenbasiertes Lern- und Workshop-Format zu Ursache-Wirkungs-Beziehungen der Klimakrise – sowohl physisch als auch online spielbar.
Ziel: Aufbau eines gemeinsamen Wissensstandes über klimatische Herausforderungen, um Veränderungsprozesse zu beschleunigen.
Netzwerk: Das Format wird von einem engagierten internationalen Facilitator-Netzwerk getragen.
Praxisnutzen: In der Anwendung dient es teils auch als Sales-Instrument: Wird es vor Gesprächen auf C-Level durchgeführt, erhöht dies häufig die wahrgenommene Dringlichkeit und die Bereitschaft zu verbindlicheren Entscheidungen.
Zu beachten: Die bekannte Knowledge-Action-Gap bleibt bestehen; reines Wissen führt nicht automatisch zu Handlung. Entscheidend ist der Kontext und die anschließende Öffnung von Lösungsräumen.
Mehr erfahren:
Website Climate Fresk Deutschland
3) Climate Business Challenge – Chancen & Regeneration
Format & Aufwand: Ein vierstündiger Workshop aus Deutschland, der mit Bildkarten in mehreren Runden arbeitet (vom Status quo bis zur Strategieentwicklung).
Fokus: Identifikation unternehmerischer Möglichkeiten im Kontext von Klimakrise und Nachhaltigkeit unter Berücksichtigung von Trends, technologischen Disruptionen und gesellschaftlichen Veränderungen.
Ergebnisraum: Neben der Reduktion negativer Fußabdrücke stehen der positive Handabdruck und Ansätze regenerativen Wirtschaftens im Mittelpunkt – Aspekte, die in Unternehmensdiskussionen häufig unterrepräsentiert sind.
Zu beachten: Ähnlich wie bei Design-Thinking besteht die Gefahr von Oberflächlichkeit, insbesondere in heterogenen Gruppen ohne klares Handlungsmandat.
Mehr erfahren:
Website PlanetGroups: Climate Business Challenge
Warum diese Formate besonders für KMU geeignet sind
Die drei Formate ermöglichen einen schnellen Einstieg mit geringem organisatorischem Vorlauf. Sie sind zeitlich klar begrenzt (rund drei bis sechs Stunden) und sowohl online als auch vor Ort durchführbar. Je nach Ausgangslage kann gezielt gewählt werden: Steht Kultur und Commitment im Vordergrund, bietet sich The Week an; für den Aufbau einer gemeinsamen Wissensbasis eignet sich Climate Fresk; für strategische Geschäftsimpulse die Climate Business Challenge. In allen Fällen unterstützen die Formate eine erhöhte Verbindlichkeit und die Vorbereitung von Entscheidungen – ein entscheidender Faktor für kleine Teams mit knappen Ressourcen.
Einordnungen und Grenzen
The Week: Starke Wirkung durch Emotionalität und Purpose, jedoch ist der kulturelle Fit relevant; mehrere Termine können organisatorisch herausfordernd sein.
Climate Fresk: Effektiv für Wissensaufbau und systemische Perspektiven; die Action-Gap sollte berücksichtigt werden, idealerweise durch direkt anschließende Lösungsarbeit.
Climate Business Challenge: Bietet einen praxisorientierten Möglichkeitsfokus einschließlich regenerativer Ansätze; für heterogene Gruppen ist ein klares Mandat wichtig, um ausreichend Tiefe zu erreichen.
Fazit
Die drei beschriebenen Formate bieten unterschiedliche, aber komplementäre Einstiege in einen innerbetrieblichen Sustainability-Kick-off: emotional aktivierend, wissensbildend oder chancenorientiert. Besonders KMU profitieren von ihrer Kompaktheit, der Eignung für Online-Formate und der Möglichkeit, je nach Zielsetzung das passende Format auszuwählen – vom Teambuilding über die Wissensangleichung bis hin zu strategischen Impulsen für regenerative Geschäftsmodelle. Entscheidend ist, die gewonnenen Erkenntnisse zeitnah in Verantwortlichkeiten und konkrete nächste Schritte zu überführen.
Um aus diesen Ansätzen wirkungsvolle Schritte zu machen, braucht es oft nur einen klaren Startpunkt. Genau hier setzt der passende Impulsvortrag an: Er verbindet die vorgestellten Formate, schafft Orientierung und zeigt, wie Unternehmen – unabhängig von Größe oder Branche – ihre Nachhaltigkeitstransformation entschlossen einleiten können.
Aufzeichnung: Haltung & Verhalten – Methoden – Johanna Blees
Material: Präsentation (Download)