Wie entsteht echter Wandel – und was bedeutet „enkelfähiges“ Wirtschaften? 

Dieser Beitrag zeigt, dass Transformation mehr ist als Change: Sie ist ein Übergang auf das nächste Level, getragen von Zukunfts-, System- und Transformationswissen. Statt „Profit First“ steht das Prinzip Impact First im Zentrum – innerhalb der planetaren Grenzen und mit Blick auf eine regenerative Wirtschaft, die mehr zurückgibt, als sie nimmt. Ein Leitbild für Unternehmen, die Sinn, Wirkung und Wettbewerbsfähigkeit neu denken wollen 

 

Für wen eignet sich das Thema – und warum lohnt es sich wirtschaftlich? 

 Das Konzept richtet sich an Unternehmen, Organisationen und Kommunen, die ihre Strategie zukunftsfähig gestalten wollen. Besonders KMU profitieren, weil es hilft, komplexe Veränderungsprozesse zu ordnen und zu priorisieren: 

  • Bessere Resilienz durch Orientierung an planetaren und sozialen Grenzen, 
  • neue Marktchancen durch regenerative Geschäftsmodelle, 
  • Attraktivität für Fachkräfte und Kapitalgeber, die Sinn und Wirkung einfordern, 
  • und eine Klarheit im strategischen Handeln, die über kurzfristige Effizienz hinausgeht

 

Von Change zu Transformation – drei Wissenskategorien 

 Change beschreibt Anpassungen innerhalb eines bestehenden Systems. 

Transformation hingegen bedeutet den Übergang auf ein nächstes Level – das bewusste Gestalten neuer Zukunftsbilder und das Aushalten von Paradoxien, die in Übergangsphasen typischerweise auftreten. 

 Für eine echte Transformation braucht es drei Arten von Wissen: 

  1. Zukunftswissen – Visionen, Leitbilder, Emotionen: Wer wollen wir in 5, 10, 15 Jahren sein? 
  2. Systemwissen – Verständnis für Zusammenhänge, Prozesse, Wechselwirkungen. 
  3. Transformationswissen – das Wie: Methoden, Werkzeuge, Roadmaps.
    Diese drei Wissensformen bilden die Basis, um von der Idee zur Umsetzung zu kommen

 

Impact Business Design: Von Enkelfähigkeit zur Impact Economy 

 Das zentrale Gestaltungsprinzip lautet Impact Business Design – also die gezielte Gestaltung von Organisationen, um positive Wirkung (Impact) zu erzeugen. 

Der Begriff „enkelfähig“ steht dabei für Unternehmertum im 21. Jahrhundert: 

  • Entscheidungen orientieren sich an der Zukunftsfähigkeit über Generationen hinweg, 
  • nicht an kurzfristigem Gewinn.
    Das Ziel: eine Impact Economy, in der wirtschaftliches Handeln die planetaren Grenzen respektiert und die gesellschaftlichen Bedürfnisse stärkt – Impact First statt Profit First

 

Von Shareholder zu System Value 

 Historisch entwickelte sich das Denken vom Shareholder Value (Milton Friedman, 1970er) über den Triple Bottom Line-Ansatz (Elkington, 1980er: People, Planet, Profit) hin zum System Value: 

  • Planetare Grenzen bilden die äußere Hülle, 
  • Gesellschaftliche Bedürfnisse das Fundament, 
  • Wirtschaftliches Handeln bewegt sich dazwischen.
    System Value bedeutet, Wertschöpfung systemisch zu verstehen – innerhalb ökologischer und sozialer Leitplanken. Wachstum wird dabei qualitativ statt quantitativ gedacht

 

Nachhaltigkeit reicht nicht – Regeneration als neues Ziel 

 Nachhaltigkeit heißt ursprünglich: nicht mehr entnehmen, als nachwächst – ein forstwirtschaftliches Prinzip aus dem 18. Jahrhundert. 

Heute reicht das nicht mehr: Der Planet ist in vielen Bereichen übernutzt. 

Deshalb rückt ein erweitertes Ziel in den Fokus – die Regeneration. 

 Regeneration bedeutet: 

  • Mehr zurückgeben, als man nimmt, 
  • Systeme aktiv wiederherstellen, 
  • langfristige Balance schaffen. 

 Das gilt nicht nur ökologisch, sondern auch sozial – etwa für Unternehmenskultur, Arbeitsformen oder Gemeinwesen 

 

Fußabdruck und Handabdruck – Messen, was wirklich zählt 

 Unternehmen müssen ihren Fußabdruck (negativer Einfluss: Emissionen, Ressourcenverbrauch) minimieren und gleichzeitig ihren Handabdruck (positive Wirkung: Innovation, Bildung, soziale Wirkung) maximieren. 

Beides gehört zusammen: Reduktion von Schaden und aktive Gestaltung von Nutzen.
Das Input-Output-Impact-Modell bzw. die Wirkungstreppe nach Vineo dient hier als Messrahmen: 

  • Stufen 1–3: Output (Leistung, Reichweite, Produkte). 
  • Ab Stufe 4: Outcome und Impact – Verhaltensänderungen, Lebenslagen, Systemeffekte.
    Impact entsteht dort, wo Unternehmen einen spürbaren gesellschaftlichen Beitrag leisten.

 

Zukunft gestalten statt verwalten 

 System Value bedeutet, Unternehmen als Teil lebender Systeme zu begreifen.
Nicht Gewinnmaximierung, sondern Wirkungsmaximierung steht im Mittelpunkt.
Wer diese Logik übernimmt, stärkt nicht nur das eigene Geschäftsmodell, sondern die Widerstandsfähigkeit ganzer Regionen und Wertschöpfungsketten.
Transformation wird damit zur strategischen Kernkompetenz – und Regeneration zum neuen Erfolgsmaßstab. 

 

Hinweis: Dieser Text wurde vom Redaktionsteam connectSHub mit KI-Unterstützung erstellt und inhaltlich geprüft. Grundlage des Inhalts ist das Transkript des Impulses aus unserer Veranstaltung:

Aufzeichnung vom 05.09.2024: System Value – Stephan Grabmeier


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