Du weißt, dass Du Risiken prüfen solltest. Aber wo fängst Du an?

Lieferkette, Menschenrechtsrisiken, Risikoanalyse – das klingt nach Arbeit für eine eigene Compliance-Abteilung. Die hat aber kein KMU.

Die gute Nachricht: Es gibt staatlich geförderte Tools, die genau dafür gemacht wurden. Kostenlos, niedrigschwellig, praxistauglich – und speziell auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen ausgerichtet.

Was der Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte bietet

Der Helpdesk ist ein Angebot des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Er bietet vertrauliche Erstberatung, Schulungen und digitale Tools – ohne Voranmeldung und ohne Kosten.

Besonders nützlich für den Einstieg: Ein 45-minütiges E-Learning zu Wirtschaft und Menschenrechten, eine Informationsplattform mit Fallstudien und eine Mediathek mit Webinaren. Wer lieber direkt loslegt, findet zwei digitale Instrumente, die den Prozess strukturieren.

KMU-Kompass: Dein Schritt-für-Schritt-Begleiter

Der KMU-Kompass führt durch den vollständigen Sorgfaltsprozess – von der Strategie über die Risikoanalyse bis zur Wirksamkeitskontrolle. Zu jedem Schritt gibt es Praxishilfen, Vorlagen und weiterführende Informationen. Ideal, wenn Du Dein Lieferkettenmanagement systematisch aufbauen willst.

CSR-Risikocheck: Erst schauen, dann handeln

Der CSR-Risikocheck ist das richtige Tool für den ersten Überblick. Du kombinierst ein Produkt oder eine Dienstleistung mit einem Herkunftsland und bekommst einen Bericht über potenzielle Risiken in Deinem Beschaffungsbereich. Das Ergebnis zeigt Dir, wo Du genauer hinschauen musst – und wo Du mit gutem Gewissen auf Entwarnung schalten kannst.

Direkt ausprobieren: CSR Risiko-Check | Agentur für Wirtschaft & Entwicklung

Wie die Risikoanalyse methodisch funktioniert

Hinter diesen Tools steckt ein klares Vorgehen in drei Schritten: Zunächst werden abstrakte Risiken auf Basis von Produktportfolio und Herkunftsländern erfasst. Dann folgt die Konkretisierung durch interne Daten – etwa aus Lieferantenbewertungen oder Audits. Schließlich die Priorisierung: Schwere und Eintrittswahrscheinlichkeit bestimmen, worauf sich Maßnahmen konzentrieren sollten. Dabei gilt: Die Schwere wiegt schwerer als die Wahrscheinlichkeit.

Das Ergebnis lässt sich in einer Heatmap visualisieren – übersichtlich nach Wertschöpfungsstufen und Risikothemen wie Arbeitsbedingungen, Zwangsarbeit, Biodiversität oder Wasserverbrauch.

 

Was Du damit gewinnst

Wer mit diesen Tools arbeitet, spart Zeit und Ressourcen. Statt überall gleich viel zu prüfen, konzentrierst Du Deine Energie dort, wo die echten Risiken liegen. Das macht Kundenanfragen beantwortbar, Lieferketten transparenter – und die eigene Positionierung stärker.

Wenn Du weißt, wo Deine Risiken liegen, geht es im nächsten Schritt um Prävention: Was musst Du konkret umsetzen? Das liest Du im Beitrag zur Prävention in der Lieferkette.

Hinweis: Die gesetzlichen Vorgaben zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz sowie die damit verbundenen Berichtspflichten und europäischen Entwicklungen befinden sich im Wandel. Inhalte und Anforderungen können sich daher ändern und sollten regelmäßig auf Aktualität geprüft werden. 

 

Aufzeichnung: Tool- Röntgenblick für Deine Lieferkette von David Pyka 

Material: Präsentation (Download)