Wie können Unternehmen ihre Klimaschutzmaßnahmen mit Fördermitteln finanzieren? 

Dieser Beitrag zeigt, welche Programme der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) speziell KMU helfen, Transformation bezahlbar zu machen – von Energieberatung und Gebäudesanierung bis zu Prozessmodernisierung und Ressourceneffizienz  

Frühzeitig beraten lassen, passende Programme kombinieren und den vorzeitigen Maßnahmenbeginn unbedingt vermeiden 

 

Für wen ist das Thema relevant und warum lohnt es sich wirtschaftlich? 

 Die Förderprogramme richten sich an Unternehmen jeder Größe, besonders an KMU, die ihre Klimaschutzmaßnahmen – von Energieeffizienz über erneuerbare Energien bis Digitalisierung – wirtschaftlich tragfähig umsetzen möchten. 

Die Vorteile: 

  • Liquiditätsschonung durch Zuschüsse, Tilgungsnachlässe und zinsgünstige Kredite, 
  • Risikominderung durch Bürgschaften, 
  • strategische Planungssicherheit durch frühzeitige Beratung und Förderlotsen-Unterstützung.
    Förderungen zahlen sich doppelt aus: Sie senken Investitionskosten und schaffen langfristige Einsparungen bei Energie und Ressourcen

 

Rolle der IB.SH und Beratungsnetzwerke 

 Die Investitionsbank Schleswig-Holstein versteht sich als zentrale Förderinstitution des Landes und betreut ein breites Spektrum an Programmen – von klassischer Wirtschaftsförderung bis Klimatransformation. 

  • Schwerpunktmäßig unterstützt die Bank Unternehmen mit Beratungszuschüssen, Krediten und Bürgschaften. 
  • Über das Enterprise Europe Network (EEN) werden zusätzlich EU-Förderprogramme und ein Nachhaltigkeitscheck für Unternehmen angeboten. 
  • Ergänzend arbeitet die IB.SH mit der WTSH (Transferhub Klimaneutrales Wirtschaften) zusammen – dort gibt es Einstiegsberatung und Sparring für Transformationsprojekte

 

Beratungs- und Zuschussprogramme 

  1. Energieberatung (BAFA)

Das BAFA fördert die Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme: 

  • Bis zu 50 % Zuschuss zur Beratung, je nach Energieverbrauch und Unternehmensgröße. 
  • Förderhöhe: 
  • bis zu 3.000 € für Unternehmen mit Energiekosten über 10.000 € p. a., 
  • 600 € bei kleineren Betrieben.
    Weitere Schwerpunkte: 
  • Sanierungskonzepte für Nichtwohngebäude, 
  • Contracting-Orientierungsberatung zur Einbindung von Energiedienstleistern 

 

  1. Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Zentrale Förderkulisse für energetische Sanierung und Neubau: 

  • Nichtwohngebäude (z. B. Produktionshallen, Verwaltungsgebäude) erhalten Zuschüsse oder Kredite mit Tilgungsnachlass. 
  • Programme: 
  • KfW 263 – Sanierung zu Effizienzgebäuden, 
  • KfW 299 – klimafreundlicher Neubau. 
  • Alternativ: Einzelmaßnahmen (z. B. Dämmung, Fenster, Heizung).
    Fördersätze: 
  • Gebäudehülle und Anlagentechnik: 15 %, 
  • Heizung: 30 % (plus 5 % Bonus für natürliche Kältemittel).
    Voraussetzung: zertifizierter Energieeffizienz-Experte (außer bei Heizungen). 

 

  1. EEW – Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft

Eines der wirksamsten Programme für Unternehmen: 

  • Förderung von Querschnittstechnologien (z. B. Motoren, Pumpen), 
  • Prozesswärme aus erneuerbaren Energien (Wärmepumpen, Solarkollektoren), 
  • Energiemanagementsysteme und Steuerungstechnik, 
  • Prozessmodernisierung in Industrie und Produktion.
    Förderfähig sind auch Transformationspläne für ganze Unternehmen – inklusive Prozessanalyse und CO₂-Minderungspotenzialen.
    Besonders attraktiv: Förderung auch bei großen Investitionen mit erheblichem Energieeinsparpotenzial und direkten Kostenvorteilen 

 

  1. KfW-Umweltprogramm (Nr. 240)

Fördert natürliche Klimaschutzmaßnahmen, z. B. 

  • Fassaden- und Dachbegrünung, 
  • Flächenentsiegelung, 
  • Geländebegrünung.
    Finanzierung über Kredit mit Tilgungszuschuss – ideal für Unternehmen mit städtebaulichen oder CSR-Zielen 

 

  1. Landesprogramm Wirtschaft (EU-Förderperiode 2021–2027)

Fördert Investitionen in Innovation, Digitalisierung und Dekarbonisierung.
Mindestens 50 % der Mittel fließen in Klima- und Energiethemen.
Zuschüsse von 10–20 % der Investitionssumme, ab 250.000 € Projektvolumen – mit zusätzlichen Bonusmodulen für Umweltschutzbeihilfen.

Ziel: Unterstützung größerer Transformationsinvestitionen, insbesondere für energieintensive KMU 

 

  1. Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein

Für die „weichen Faktoren“: Zuschuss zu Qualifizierungen und Weiterbildungen in Unternehmen. 

  • 40 % Zuschuss, bis 1.500 € pro Person und Jahr, 
  • auch relevant für Klimamanagement, Energieeffizienz und Nachhaltigkeitskompetenzen

 

Finanzierungsinstrumente & Partner 

Neben Zuschüssen stehen Unternehmen folgende Optionen offen: 

  • Kredite über Hausbanken, refinanziert über KfW oder IB.SH, 
  • Bürgschaften durch die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein, 
  • Beteiligungskapital über die MBG Schleswig-Holstein – zur Eigenkapitalstärkung bei großen Projekten.
    Empfehlung: Erstkontakt über die Hausbank oder direkt über den Förderlotsendienst der IB.SH

 

Frühzeitig beraten – strategisch fördern 

Wer Klimaschutzmaßnahmen plant, sollte Fördermittel frühzeitig in die Investitionsentscheidung integrieren.
Denn: Anträge müssen vor Beginn der Maßnahme gestellt oder ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn genehmigt werden. 

Klimaschutzförderung ist kein Selbstzweck, sondern ein Instrument zur Wettbewerbsfähigkeit und Kostenreduktion – gerade im Mittelstand 

Weitere Informationen und die direkten Ansprechpersonen findest Du hier hier

 

Hinweis: Dieser Text wurde vom Redaktionsteam connectSHub mit KI-Unterstützung erstellt und inhaltlich geprüft. Grundlage des Inhalts ist das Transkript des Impulses aus unserer Veranstaltung:

Aufzeichnung vom 26.06.2025: IB.SH Unternehmensförderungen für Transformationsvorhaben – Volker Ratje

Download: Präsentation