Wie gelingt Nachhaltigkeit praktisch in Unternehmen?
Die Wirtschaftsförderung Schleswig-Holstein (WTSH) begleitet Betriebe auf ihrem Weg zur Klimaneutralität – mit Energieberatung, Förderberatung und Unterstützung beim Aufbau eines Nachhaltigkeitsberichts nach DNK. Projektleiter Timo Saager zeigt am Beispiel des eigenen WTSH-Berichts, wie strategisches Nachhaltigkeitsmanagement nicht nur Pflicht, sondern Motor für Innovation und Mitarbeitendenbindung wird.
Ihr fragt Euch jetzt, ob das Thema überhaupt für euer Unternehmen geeignet ist und welche Vorteile Ihr davon habt?
Das Angebot richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Schleswig-Holstein, die nachhaltiger wirtschaften und sich auf künftige Berichtspflichten vorbereiten wollen. Nachhaltigkeit ist dabei nicht nur eine gesetzliche Vorgabe, sondern zunehmend ein ökonomischer Erfolgsfaktor:
- Wettbewerbsvorteil: Unternehmen mit klarer Nachhaltigkeitsstrategie stärken Vertrauen bei Kund*innen, Partnern und Fachkräften.
- Finanzierung: Banken und Förderstellen bevorzugen ESG-konforme Betriebe.
- Effizienz & Innovation: Klimaschutzmaßnahmen senken langfristig Energie- und Materialkosten.
- Resilienz: Transparente Berichterstattung hilft, Risiken früh zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.
Genau hier setzt die Wirtschaftsförderung Schleswig-Holstein (WTSH) an: Sie begleitet Unternehmen von der Einstiegsberatung bis zur Umsetzung – praxisnah, förderfähig und vernetzt.
Transferstelle „Klimaneutrales Wirtschaften“ – praxisnah und regional
Projektmanager Timo Saager und Micha Heinrichs vom Transfer Hub Schleswig-Holstein beraten Unternehmen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität bis 2040. Ziel ist es, Schleswig-Holstein als klimaneutrales Industrieland zu positionieren.
Dazu arbeitet die WTSH eng mit Partnern wie IHK, Handwerkskammern, Hochschulen und Energieeffizienz-Expert:innen zusammen.
Die Unterstützung umfasst:
- Vor-Ort-Gespräche und Betriebsbegehungen zur Analyse technischer Potenziale,
- Treibhausgas-Bilanzierung mit dem Tool EcoCockpit – ein niederschwelliger Einstieg für rund 70–80 % der Betriebe,
- Beratung zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten,
- Vernetzung mit Fachstellen und Hochschulen für Forschung, Entwicklung und Innovation.
Die WTSH versteht sich als Marktplatz, auf dem technische Lösungen, Förderangebote und unternehmerischer Bedarf zusammenfinden.
Vom Berater zum Vorbild – die WTSH berichtet selbst nach DNK
Ein besonderes Beispiel für glaubwürdige Nachhaltigkeit liefert die WTSH selbst:
2024 veröffentlichte sie ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht auf Basis des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) – entwickelt in Eigenregie, mit Unterstützung eines externen Beraters und begleitet durch das DNK-Projektbüro.
Vorgehen und Erfahrungen:
- Bildung eines interdisziplinären Teams mit engagierten Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Abteilungen,
- zwei Workshops mit Führungskräften zur Durchführung einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse,
- Aufbau einer Projektstruktur mit klaren Zuständigkeiten und Zeitplänen – umgesetzt mit einfachen Tools wie Gantt-Diagrammen oder Microsoft Teams,
- Entwicklung einer Bestandsaufnahme als Grundlage für eine langfristige Nachhaltigkeitsstrategie.
Das Ziel: nicht nur Berichtspflichten erfüllen, sondern Nachhaltigkeit als Management-Instrument verankern – mit messbaren Fortschritten und transparenter Kommunikation.
Lernen aus der Praxis – Tipps für KMU
- Einfach starten: Mit einer Treibhausgasbilanz und DNK-Checkliste erste Strukturen schaffen.
- Interdisziplinär arbeiten: Mitarbeitende aus Technik, Verwaltung, Personal und Strategie frühzeitig einbinden.
- Externe Expertise nutzen: Förderprogramme und Beratungsangebote der WTSH oder IHK sichern.
- Daten systematisch erfassen: Ein internes Kontrollsystem sorgt für Prüfbarkeit und Wiederverwendbarkeit.
- Nachhaltigkeit als Chance begreifen: Wer früh investiert, profitiert doppelt – durch Effizienzgewinne und Reputation.
Die Erfahrungen der WTSH zeigen: Nachhaltigkeitsberichterstattung ist kein bürokratisches Hindernis, sondern ein strategisches Steuerungsinstrument.
Wer Nachhaltigkeit ernsthaft integriert, verbessert nicht nur seine ökologische Bilanz, sondern schafft Vertrauen, zieht Talente an und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit.
Material: Präsentation (Download)