Energie- und Umweltmanagementsysteme bieten Unternehmen – insbesondere kleinen und mittleren Betrieben – eine strukturierte Möglichkeit, ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Effizienz zu verbinden. Sie schaffen Transparenz über Energieverbräuche, Umweltaspekte und Risiken in der Lieferkette und tragen zugleich dazu bei, regulatorische Anforderungen wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LKSG) und Nachhaltigkeitsberichterstattung effizient zu erfüllen. Durch gezielte Förderprogramme werden der Einstieg und die Umsetzung zusätzlich erleichtert.
Unternehmen stehen zunehmend vor der Aufgabe, ökologische und soziale Verantwortung mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit zu vereinen. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ergibt sich daraus die Chance, durch strukturierte Energie- und Umweltmanagementsysteme gleichzeitig Kosten zu senken, Ressourcen effizienter einzusetzen und gesetzliche Pflichten frühzeitig zu erfüllen.
Ein solches Managementsystem ermöglicht eine systematische Bestandsaufnahme der bestehenden Prozesse, die Festlegung von Zielgrößen sowie die Erfassung und Bewertung von Umweltaspekten. Diese Vorgehensweise schafft eine belastbare Grundlage für Dokumentation und Berichterstattung und hilft Unternehmen, Risiken in Umwelt- und menschenrechtsbezogenen Bereichen zu identifizieren. Damit leisten sie einen Beitrag zur Einhaltung von Sorgfaltspflichten nach dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LKSG) und stärken zugleich ihre Wettbewerbsfähigkeit.
Neben den ökologischen Vorteilen spielt die wirtschaftliche Perspektive eine zentrale Rolle. Energieeffizienzmaßnahmen wirken direkt auf die Betriebskosten: Durch die Verbindung von technischer Optimierung, physikalischem Verständnis und betriebswirtschaftlicher Betrachtung lassen sich Investitionen meist aus den erzielten Einsparungen amortisieren.
Für die Einführung solcher Systeme stehen verschiedene Förderprogramme zur Verfügung. Die Energieberatung für Nicht-Wohngebäude des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) übernimmt 50 Prozent der Beratungskosten, auch für die Einführung und Aufrechterhaltung von Energie- und Umweltmanagementsystemen. Zudem bietet die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz im Teilmodul 3 (Mess-, Steuer- und Regelungstechnik) finanzielle Unterstützung für Softwarelösungen, die Energie- und Umweltmanagementsysteme technisch begleiten. Kleine Unternehmen können hierbei 45 Prozent, mittlere Unternehmen 35 Prozent der Kosten fördern lassen.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die Vernetzung relevanter Akteure. Die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) arbeitet hierzu eng mit der Industrie- und Handelskammer (IHK), den Handwerkskammern sowie den Hochschulen des Landes zusammen. Diese bilden gemeinsam ein Netzwerk, das Unternehmen mit Wissen zu Regulatorik, Zukunftstechnologien und technischer Umsetzung unterstützt. Über die Website der WTSH können zusätzlich Energieeffizienz-Expert:innen in der jeweiligen Region gefunden werden, die bei der praktischen Umsetzung beraten.
Für die Berichterstattung zu Nachhaltigkeitsaspekten eignet sich der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) als strukturierter Rahmen. Er bietet Unternehmen die Möglichkeit, sich systematisch an Nachhaltigkeitsthemen heranzutasten. Unterstützend steht der Helpdesk des Rates für Nachhaltigkeit kostenfrei zur Verfügung.
Die Kombination aus systematischer Datenerfassung, technischer Unterstützung und gezielter Förderung ermöglicht es Unternehmen, ökologische und ökonomische Zielsetzungen miteinander zu verbinden. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zu einer nachhaltigen, wettbewerbsfähigen und klimaneutralen Wirtschaft in Schleswig-Holstein geleistet.
Wer tiefer verstehen möchte, wie Unternehmen – insbesondere kleine und mittlere Betriebe – Energieeffizienz, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit erfolgreich miteinander verbinden können, findet im dazugehörigen Impulsvortrag praxisnahe Einblicke und konkrete Fördermöglichkeiten. Der Vortrag zeigt anschaulich, wie der Einstieg in Energie- und Umweltmanagementsysteme gelingt und wie daraus echte Wettbewerbsvorteile entstehen.
Für weiterführende Fragen oder Projektideen stehen zudem die Ansprechpartner:innen der WTSH auch persönlich bereit, die Unternehmen kompetent auf ihrem Weg unterstützen:
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Aufzeichnung: WTSH – Timo Saager
Material: Präsentation (Download)