Zirkuläre Geschäftsmodelle richten sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen, die Produkte herstellen, vertreiben oder mit Dienstleistungen verknüpfen. Sie eignen sich überall dort, wo durch geringeren Materialeinsatz, längere Nutzungsdauern und planbare Services wirtschaftliche Vorteile entstehen können. 

Wesentliche Potenziale liegen in reduzierten Verbrauchskosten, wiederkehrenden Einnahmen durch Service-Modelle, geringeren Entwicklungsaufwänden bei langlebigen Produktklassikern sowie einer engeren Kundenbindung über Wartung, Leasing oder modulare Nutzungspakete. 

 

Rethink – Nutzung statt Besitz 

Das Umdenken beginnt mit der Trennung von materiellem Produkt und Nutzen. Unternehmen können prüfen, ob sie den gleichen Nutzen durch Dienstleistungen, digitale Lösungen oder gemeinschaftliche Nutzung anbieten können. 

Drei Modelle stehen dabei im Mittelpunkt: 

  • Pooling – gemeinschaftliche Nutzung von Ressourcen oder Anlagen, wodurch der Gesamtverbrauch sinkt. 
  • Sharing – geteilte Nutzung von Produkten, die nur selten benötigt werden, wie Werkzeuge oder Fahrzeuge. 
  • Leasing – Produkte bleiben im Besitz des Herstellers und werden für eine Nutzungsdauer vermietet. 

Ein Beispiel ist ein Sportschuh, der im Abonnement gemietet und nach Gebrauch recycelt wird. Dieses Modell zwingt Hersteller, Produkte robust, wartungsarm und langlebig zu gestalten. Servicepakete, Wartung und Hotline-Leistungen schaffen zusätzliche Sicherheit und Kundenbindung. 

 

Reuse und Produktklassiker 

Bei der Wiederverwendung geht es darum, Produkte mehrfach zu nutzen und ihre Lebensdauer zu verlängern. Besonders erfolgreich sind sogenannte Produktklassiker – langlebige, zeitlos gestaltete und markant erkennbare Produkte. 

Beispiele sind hochwertige Möbelstücke, Koffer oder Alltagsprodukte mit dauerhaftem Design. Diese zeichnen sich durch robuste Materialität, klare Formen und Wiedererkennbarkeit aus. Unternehmen, die solche Produkte anbieten, profitieren von geringerem Entwicklungsaufwand, konstanter Nachfrage und hohen Margen über lange Zeiträume. 

 

Wandelbarkeit und Modularität 

Produkte, die sich an veränderte Lebenssituationen oder technische Entwicklungen anpassen lassen, bleiben länger im Einsatz. Modular aufgebaute Systeme können erweitert, umgestaltet oder ergänzt werden. 

Auch technische Geräte lassen sich mit Update-Funktionen zukunftsfähig gestalten. Waschmaschinen beispielsweise können mit neuen Programmen nachgerüstet oder für künftige Funktionen – etwa Filter zur Mikroplastikreduktion – vorbereitet werden. 

 

Second-Hand und Refurbish 

Der Gebrauchtmarkt gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere bei Kleidung und Elektronik. Für Unternehmen bietet sich hier ein zusätzlicher Absatzkanal. Voraussetzung ist jedoch, dass Produkte so gestaltet sind, dass sie leicht überholt, bewertet und erneut verkauft werden können. 

Modularität, etwa austauschbare Akkus oder Komponenten, erhöht die Attraktivität von Second-Hand-Produkten erheblich. Die Wiederaufbereitung kann wirtschaftlich rentabel sein, wenn Produkte für diesen Zweck konzipiert sind. 

 

Repair und Service 

Reparaturfreundlichkeit ist ein zentrales Element zirkulärer Geschäftsmodelle. Eine einfache und kostengünstige Wartung verlängert die Produktlebensdauer und stärkt das Vertrauen der Kundinnen und Kunden. 

Kommerzielle Reparaturdienste zeigen, dass sich Reparaturen standardisieren und in den Alltag integrieren lassen. Wartungsverträge oder Rundum-Sorglos-Pakete erhöhen dabei den Komfort und mindern Ausfallrisiken. Versicherungs- oder Servicepakete schaffen zusätzliche Planbarkeit, ohne dass zwingend Eigentum aufgegeben werden muss. 

 

Remanufacturing und Wiederaufbereitung 

Bei der Wiederaufbereitung werden Produkte oder Komponenten vollständig überholt und in neuwertigem Zustand weiterverkauft. Während „Refurbish“ eine generalüberholte Qualität beschreibt, gilt „Remanufacturing“ als nahezu neuwertig. 

In industriellen Anwendungen, etwa bei Fahrzeugteilen, Pumpen oder Maschinen, kann dieses Verfahren Kosten sparen und Ressourcen schonen. Entscheidend ist eine klare rechtliche Einordnung und Gewährleistung der Produktsicherheit. 

 

Repurpose – Neues aus Altem 

Die Umnutzung bestehender Materialien für neue Zwecke stellt eine weitere Strategie dar. Beispiele sind Taschen aus LKW-Planen, Möbel aus Europaletten oder Upcycling im häuslichen Bereich. 

Grenzen entstehen, wenn der Materialbedarf für solche Produkte so stark steigt, dass neue Ressourcen dafür produziert werden. Auch gesundheitliche Aspekte, etwa bei chemisch behandelten Materialien, müssen berücksichtigt werden. 

 

Recycling und Materialwahl 

Recyclingfähigkeit und Materialbewusstsein sind Grundvoraussetzungen zirkulärer Systeme. Kunststoffe können bei sortenreiner Trennung gut recycelt werden und sind weniger energieintensiv als Glas oder Metall. Problematisch wird es bei stark additivierten Kunststoffen, die sich nicht sortenrein aufbereiten lassen. 

Wenige, klar definierte Materialsorten erhöhen die Effizienz des Recyclings und tragen dazu bei, geschlossene Kreisläufe zu schaffen. 

 

Schlussfolgerung 

Zirkuläre Geschäftsmodelle ermöglichen Unternehmen, Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit zu verbinden. Durch robuste, modulare und updatefähige Produkte, ergänzende Serviceleistungen und gezielte Aufbereitungsstrategien können KMU langfristig Kosten senken und gleichzeitig stabile Erlösmodelle etablieren. 

Die gesetzlichen Entwicklungen im Bereich Ökodesign werden diese Ansätze künftig verstärken. Unternehmen, die bereits heute auf Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit und Kreislauffähigkeit setzen, sichern sich einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil. 

 

Wer tiefer verstehen möchte, wie sich diese Ansätze in der Praxis umsetzen lassen und welche konkreten Chancen sich daraus für Unternehmen ergeben, findet im folgenden Impulsvortrag wertvolle Anregungen, praxisnahe Beispiele und Denkanstöße für die Entwicklung eigener zirkulärer Geschäftsmodelle. 

 

Hinweis: Dieser Text wurde vom Redaktionsteam connectSHub mit KI-Unterstützung erstellt und inhaltlich geprüft. Grundlage des Inhalts ist das Transkript des Impulses aus unserer Veranstaltung: 

Aufzeichnung vom 18.09.2025: Pooling & Sharing – Prof. Dr. Holger Petersen

Material: Präsentation (Download) 

 


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